Aktuelles

Projekt SSI Reemtsma /Taiwan

Universelle Steuerungssoftware für die Zigarettenindustrie

Taiwan Production "Made in North Germany"

Der Automatisierungsexperte UCS hat in Taiwan die Förderanlage der ersten Zigarettenproduktionsstätte der Imperial Tobacco Taiwan Manufacture (ITTM) in Betrieb genommen - und bei der Steuerung des Hochregallagers auf ein innovatives System von Beckhoff gesetzt. Ein zukunftsweisendes Projekt für Fortgeschrittene!

Fortschritt heißt neue Wege gehen. Und manchmal führen diese Wege sehr weit fort, z. B. nach Taiwan. Dort wurde die norddeutsche UCS Industrieelektronik GmbH von einem der größten Anlagenhersteller der Welt, dem süddeutschen Stahlbau-Unternehmen SSI Schäfer-Noell, mit der Aufgabe betraut, die Steuerungssoftware für ein neues Hochregallager der Imperial Tobacco Taiwan Manufacture (ITTM) zu entwickeln. Für die Tochter des viertgrößten Tabakunternehmens der Welt, der Imperial Tobacco Group (ITG), zu der auch Reemtsma gehört, ist es die erste Zigarettenproduktionsstätte - für die erfahrenen Automatisierer aus Wedel bei Hamburg ein hochinteressantes Projekt.

Denn es bot den Software-Experten eine gute Gelegenheit, ein Steuerungskonzept umzusetzen, das für die Zukunft durchaus richtungsweisend sein könnte. Um die Fördertechnik für das Hochregallager mit acht Gassen automatisch betreiben zu können - und dabei drei verschiedene Palettentypen zu fahren - entwickelten die Logistik-Profis nämlich nicht nur eine maßgeschneiderte Software für den Tabak-Riesen in Fernost, sondern basierten diese auch auf einer Steuerung nach IEC 61131-3 mit Beckhoff TwinCAT PLC. Die Hardware ist ein IPC (Industrie PC) vom Typ CX1020 mit Windows CE als Betriebssystem. Es hätte aber auch jeder andere eingesetzt werden können, da das Softwaresystem jeden kompatiblen PC in eine Echtzeitsteuerung mit Multi-SPS-System verwandelt.

Hard Facts: Die Soft-SPS von Beckhoff bietet viele Vorteile

Die SPS-Steuerung von Beckhoff ist kein Newcomer. Seit etwa zehn Jahren auf dem Markt, hat sich dieser offene Standard bereits bewährt. Und doch gehört die Soft-SPS noch zu den Außenseitern. Noch! Denn in ihr steckt beachtliches Potenzial. Beckhoff könnte daher in Zukunft enorm an Bedeutung gewinnen. Die Vorteile gegenüber anderen Systemen sind jedenfalls beachtlich: Sowohl bei der Installation als auch bei der Anwendung und Wartung erweist sich die Beckhoff als deutlich schneller und einfacher als die übliche Hardware-SPS. Und dabei beträgt der Anschaffungspreis der Soft-SPS-Steuerung nur ein Bruchteil.

Die weltweit verfügbaren Softwaresysteme überzeugen mehr und mehr Logistik-Entscheider. Auch bei Reemtsma bzw. ITTM entschied man sich bewusst für die innovative PC-basierte Steuerungstechnik von Beckhoff. Christian Fornée, Projektleiter bei UCS, weiß warum: "Die skalierbare Steuerung ist vollkommen Hardware-unabhängig. Es sind daher keinerlei Anpassungen erforderlich - selbst wenn nachträglich eine schnellere SPS nachgerüstet werden soll. Auch müssen nur Feldbusschnittstellen dazugekauft werden, da Ethernet/DVI und USB bereits integriert sind. Hierdurch kann, bei Bedarf, ganz normale PC-Peripherie angeschlossen werden."


Kurs auf die Zukunft: UCS steuert mit Beckhoff

Einige Vorteile der innovativen Beckhoff-Technologie zeigen sich vor allem beim Service. So lasen sich praktischerweise nicht nur die Handbücher einzelner Komponenten als pdf integrieren. Sämtliche Projektdaten sind in der Steuerung hinterlegt und können, sofern nicht geschützt, jederzeit auf allen Notebooks abgerufen werden. Diese umfassende Dokumentation ist für die Servicemitarbeiter eine große Hilfe. Sie können ungehindert auf alle Informationen zugreifen und z. B. auch die Kommentare der Programmierer einsehen. Störungen können so schneller beseitigt werden.

"Die Beckhoff-Steuerung verringert den Kosten- und Zeitaufwand enorm", bestätigt Christian Fornée und hebt in diesem Zusammenhang besonders die Leistungsstärke der Software hervor: "Die Zykluszeiten sind bei einer Beckhoff unter einer Millisekunde. Das ist für einen SPS Programmierer neu und von großem Vorteil - ebenso wie die Vielzahl der Programmiersprachen, allen voran "Strukturierter Text" (TS) für komplexe Anwendungen sowie die Einbindung des Windows Betriebssystems für Dateioperationen und dergleichen. Für viele Unternehmen ist ein solches System äußerst attraktiv. Wir rechnen daher in Zukunft mit einer stark steigenden Nachfrage nach Beckhoff-Steuerungen", so der Projektleiter und fügt hinzu: "Und sind darauf vorbereitet."


Platz- und energiesparend: MOVIFIT

Um den Platzbedarf und den Installationsaufwand so gering wie möglich zu halten, hat sich UCS für ein dezentrales Steuerungskonzept mit SEW MOVIFIT Geräten entschieden. Diese verfügen über den Funktionslevel MC, können bis zu drei Antriebe mit MOVIMOT Frequenzumrichtern ansteuern und besitzen 16 bzw. 12 digitale Ein- sowie 4 Ausgänge. Mit drei Prozessdatenwörtern sind die Geräte über Profibus einfach anzusteuern. Online können Anlagengeschwindigkeit sowie Start- und Stop-Rampen an die Ladung angepasst werden. Auch Fehlermeldungen und Diagnosen der Antriebe sind somit möglich. Obwohl der hochmoderne Schaltschrank 90 Antriebe und 219 Sensoren/Aktoren versorgt, misst er gerade mal 120 cm in der Breite. Es werden keine weiteren Feldverteiler für die Sensorik mehr benötigt.


Sehen und verstehen: Visualisierung auf Chinesisch

Mit einem Touchpanel von Lauer werden alle prozessrelevanten Daten über Beckhoffs ADS Treiber am Schaltschrank anschaulich dokumentiert - und zwar in zwei Sprachen. "Alles wurde sowohl auf englisch als auch in kantonesischer Zeichensprache programmiert", erläutert Christian Fornée. "Das ist nicht selbstverständlich, zumal die Übersetzung nicht gerade einfach ist, erleichtert aber die Anwendung für alle Mitarbeiter und gestaltet diese deutlich sicherer." Dem Benutzer wird die gesamte Fördertechnik grafisch dargestellt. Er erhält somit Einblick, wo welche Paletten stehen und welche Förderer gerade laufen. Auch die Schaltpositionen der Not-Aus-Taster und der Brandtore werden angezeigt. Des Weiteren können hier Palettendaten erzeugt und manipuliert werden.Sprach- und damit verbundene Sicherheitsaspekte spielten auch in anderer Hinsicht eine wichtige Rolle bei diesem Projekt. So galt es nicht nur die Kommunikation der Mitarbeiter zu gewährleisten, sondern auch die der Computersysteme. Denn die Imperial Tobacco Group (ITG), deren Hauptsitz sich in Bristol (Großbritannien) befindet, hat ihren Host in den Niederlanden. Die taiwanesische Tochter ITTM ist ebenfalls an diesen Server gebunden. Die Steuerung in Taiwan kommuniziert mit dem niederländischen Host über FTP. Falls der Tausende von Kilometern entfernte Host einmal nicht erreichbar sein sollte, kann die Anlage auch offline betrieben werden. Dafür wurde eigens ein Bedienpanel geschaffen, welches dem Benutzer erlaubt - im Fall der Fälle - Paletten hierüber einzulagern. Die Auslagerung erfolgt über selbst erzeugte "offline" gekennzeichnete Datensätze. Im Störungsfall können die einzelnen Antriebe über eine Handsteuerung mit Profibus und einem 5,7" Farbdisplay, auf dem auch die Palettendaten angezeigt werden, angesteuert werden.


Gut fürs Global Business: Sicherheit und Effizienz

In nur drei Wochen hat UCS die Förderanlage im taiwanesischen Hochregallager in Betrieb genommen - und für ein Höchstmaß an Effizienz und Sicherheit gesorgt. Von der vollständigen Konturenkontrolle der unterschiedlich breiten Palettentypen (EURO, INDU und CHEM) bis zur Freifahrsteuerung über Notstrom für den Brandfall - mit ihrem innovativen Steuerungskonzept haben die Experten aus Norddeutschland mal wieder gezeigt, was in der Welt der Logistik gut ankommt. Oder wie der Projektleiter von UCS, Christian Fornée, resümiert: "Auch Global Player können Kompetenz aus Wedel gebrauchen."

< zurück zur Übersicht

UCS Industrie-Elektronik GmbH • Rissener Straße 102 • 22880 Wedel • Fon +49 4103 93100 • Fax +49 4103 16005 • eMail info@ucs-industrieelektronik.de